Obwohl das Wissen über das Chakren-System des Körpers so alt ist wie die Menschheit selbst, ist es in der westlichen Kultur über die Jahre in Vergessenheit geraten. In diesem Chakra-Leitfaden für Anfänger lernst du alle Grundlagen kennen und wie du deine Chakren durch Yoga und Meditation in Gleichgewicht hältst, damit du innere Blockaden löst.

Chakra-Definition: Was ist ein Chakra?

Chakren sind Energiezentren in der Aura eines Lebewesens. Der Begriff selbst stammt aus indischem Sanskrit und steht für „Kreis“ oder „Rad“. Aus diesem Grund nennen die Inder die Chakren auch Energieräder. Du kannst dir ein Chakra als ein Rad oder einen Wirbel mit schnellen, kreisenden Bewegungen vorstellen. In der indischen Mythologie werden die Chakren als rotierende Blütenkelche beschrieben und oft mit Lotusblumen verglichen.

Die Chakren sind nicht nur in Indien seit Jahrhunderten ein Thema, sondern auch in unserer Kultur. Auf alten Bildern kannst du zum Beispiel, Heilige und Engel mit Heiligenscheinen sehen. Der Heiligenschein symbolisiert die Ausstrahlung eines Kronen-Chakras, das sich über dem Kopf befindet.

Die sieben Haupt-Chakren

Neben zahlreichen Neben-Chakren gibt es sieben Haupt-Chakren, die wir dir an dieser Stelle vorstellen möchten.

Muladhara – Wurzel-Chakra

Das rote Chakra in Form einer 4-blättrigen Lotusblume steht für Gleichgewicht, Vitalität und Willenskraft. Es erdet dich und gibt dir Stabilität, Mut und Durchsetzungsvermögen.

Ein blockiertes Wurzel-Chakra sorgt für mangelndes Selbstvertrauen, Depression, Wutausbrüche, Misstrauen, Angst und Schwäche.

Svadhishthana – Sakral-Chakra

Dieses orangefarbene Chakra in Form einer 6-blättrigen Lotusblume, auch Sexual-Chakra genannt, ist für die Sexualität und für Freundschaften zuständig. Es verkörpert Partnerschaft, Lust, Liebe und schöpferische Kraft.

Ein unausgeglichenes Sakral-Chakra führt häufig zu sexueller Dysfunktion, Freudlosigkeit, Schuldgefühlen und übermäßigen Sorgen.

Manipura – Solarplexus-Chakra

Das gelbe Nabel-Chakra wird oft in Form einer 10-blättrigen Lotusblume dargestellt und steht für dein Selbstbewusstsein und für ausgeglichene Emotionen. Es ist verantwortlich für dein „gutes Bauchgefühl“, deine Entscheidungsfähigkeit und deine Unabhängigkeit.

Wenn dein Manipura außer Gleichgewicht gerät, kann dies zu Stimmungsschwankungen, Scheidungsproblemen und Trauer führen. Auch eine starke Abhängigkeit von anderen Menschen und das Bedürfnis nach Kontrolle kann auf eine Blockade dieses Chakras zurückgeführt werden.

Anahata – Herz-Chakra

Dieses rosa-grüne Chakra in Form einer 12-blättrigen Lotusblume steht für Liebe, Harmonie und Frieden. Aus diesem Chakra wachsen unsere Güte, Freundlichkeit und unser Mitgefühl.

Wenn unser Herz-Chakra unausgeglichen ist, treten Feindseligkeit, Bitterkeit und Konflikte in unser Leben ein. Beziehungen sind dann von Kälte und Vorurteilen geprägt.

Vishuddha – Kehl-Chakra

Dieses Chakra wird oft als hellblaue oder türkisfarbene Lotusblume mit 16 Blättern dargestellt. Vishudda symbolisiert die Kreativität und die Verwirklichung von Ideen, aber auch die Ausdruckskraft, die Freundlichkeit und die Offenheit.

Ein Ungleichgewicht in diesem Energiezentrum kann für Ideenlosigkeit, Antriebslosigkeit, Geschwätzigkeit, Vergesslichkeit, innere Unruhe und Schüchternheit verantwortlich sein.

Ajna – Stirn-Chakra

Das Stirn-Chakra, oft als drittes Auge bezeichnet, wird im Sanskrit als eine 96-blättrige Lotusblume dargestellt und steht für Wissen, Weisheit und Intuition. Dieses Chakra steuert unser Vertrauen, unser Bewusstsein und unsere Vorstellungskraft.

Wenn du dich überlastet, bedeutungslos oder dich unfähig fühlst, dich zu konzentrieren, kann dies auf einem Ungleichgewicht in deinem dritten Auge hinweisen. Auch starke Verlustangst und eine Überbetonung des Geistes sind Anzeichen für eine blockierte Ajna.

Sahasrara – Kronen-Chakra

Dieses Chakra befindet sich am Scheitelpunkt deines Kopfes und wird oft als eine 1000-blättrige Lotusblume dargestellt. Das Chakra schimmert in Schattierungen von Violett, Weiß und Gold. Sahasrara steht für Spiritualität, Frieden und Verbindung mit dem Göttlichen, aber auch für Stille, Vollkommenheit und den Sinn des Lebens.

Melancholie, Verzweiflung, Stress, Ziellosigkeit, Angst vor dem Tod und ein Gefühl der Sinnlosigkeit – all dies sind Anzeichen dafür, dass das Kronen-Chakra aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Wo befinden sich die Chakren?

Die sieben Haupt-Chakren befinden sich entlang der Wirbelsäule. Zur besseren Übersicht haben wir die Chakren grafisch dargestellt:

Wie du deine Chakren ausgleichst

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Chakren zu stärken und zu reinigen. In diesem Artikel befassen wir uns mit zwei Methoden: Yoga und Meditation.

Während der Meditation reinigst du dein jeweiliges Chakra in deiner Vorstellung. Du schließt deine Augen und stellst dir vor, wie das Chakra heller leuchtet und seine Drehungen schneller werden. Darüber hinaus kannst du Yoga-Übungen verwenden, um deine Chakren gezielt zu reinigen.

Wenn du deine Chakren geöffnet hast und sie zum Rotieren und zum Leuchten gebracht hast, werden deine mentalen Blockaden gelöst.

Chakra-Meditation

In diesem Abschnitt bringen wir dir bei, wie du die Chakra-Meditation durchführst, auch wenn du noch nie etwas über das Chakra-System gehört hast.

Was ist Chakra-Meditation?

Da Chakren nur wahrgenommen werden können, wenn du ein inneres Gehör hast, ist die Chakra-Meditation eine beliebte Methode, um die Energiezentren deines Körpers zu stimulieren.

Bei einer Chakra-Meditation konzentrierst du dich auf die einzelnen Chakren nacheinander und versuchst, Farbe, Leuchtkraft und Rotationsgeschwindigkeit der Chakren zu stärken.

Was sind die Vorteile der Chakra-Meditation?

Meditation hat viele starke Vorteile. Hier sind einige wissenschaftlich erwiesene Vorteile:

  • Verminderter Stress
  • Besseres Schlafen
  • Erweiterte Selbstwahrnehmung
  • Hilft beim Suchtmanagement
  • Stärkere Willenskraft
  • Weniger Angst
  • Längere Aufmerksamkeitsspanne
  • Kann bei Depressionen helfen
  • Mehr Mitgefühl

Einige Chakra-Meditationstechniken

Bereite dich auf deine Chakra-Meditation vor:

  • Lerne zunächst die Bedeutungen, Farben und Positionen der einzelnen Chakren auswendig.
  • Finde einen ruhigen Ort zum Meditieren. Beseitige alle Ablenkungen und vermeide Störquellen.
  • Nehme eine Meditationshaltung in sitzender oder liegender Position ein und mache es dir bequem.

Beginne deine Chakra-Meditation

  1. Atme langsam durch die Nase ein und durch den Mund aus, bis du zur inneren Ruhe kommst.
  2. Konzentriere dich auf die einzelnen Chakren. Gehe sie nacheinander durch. Beginne mit dem Wurzel-Chakra und arbeite dich bis zum Kronen-Chakra auf.
  3. Betrachte jedes Chakra mit deinem inneren Auge und stelle dir vor, wie du es mit Wasser reinigst oder mit Licht füllst.
  4. Bleibe bei dieser Vorstellung, bis das Chakra eine klare Farbe annimmt und sich schnell dreht. Gehe dann auf dem nächsten Chakra weiter.
  5. Beende deine Meditation, indem du tiefer atmest und dich bewusst wieder mit deiner Umgebung verbindest.

Es liegt an dir zu entscheiden, wie viel Zeit dieser Prozess in Anspruch nimmt. Wenn du dazu neigst, während der Meditation auf die Uhr zu schauen, kannst du einen Wecker stellen. Wir empfehlen, mindestens 5 bis 20 Minuten zu meditieren. Teste einfach, was für dich am besten funktioniert.

Chakra-Meditationsmantra

Darüber hinaus kannst du bestimmte Mantras hinzufügen, um die Wirkung der Meditation zu verstärken und dich noch gezielter auf ein bestimmtes Chakra zu konzentrieren. Sogenannte Bija-Mantras bestehen aus nur einer Silbe. Diese einfachen Mantras können dir helfen, dich während der Meditation zu entspannen, ohne den Fokus von den Chakren zu verlieren. Das bekannteste Bija-Mantra ist „Ohm“, aber es gibt noch viele andere Mantras wie zum Beispiel: aam, ihm, aum, aham, kham, nyam, tham, bham, sham, …

Wiederhole sie einfach immer wieder, bis du dich völlig entspannt und mit dir selbst im Reinen fühlst.

Chakra-Yoga

Viele Menschen fragen sich, ob Yoga ihnen helfen kann, ihre blockierten Chakren zu reinigen. Die einfache Antwort darauf ist ja. Lese weiter, um zu erfahren, wie es geht.

Was ist Chakra-Yoga?

In Indien ist es bekannt, dass Chakra und Yoga zusammengehören. Nur in unserer westlichen Kultur hat man versucht, sie voneinander zu trennen.

Die Yoga-Posen wirken auf das Chakra und aktivieren es. Die entsprechenden Körperteile und die damit verbundenen geistigen und spirituellen Zuständen werden harmonisiert. Wenn Yoga-Blockaden gelöst werden, kann Energie wieder zirkulieren.

Chakra-Yoga-Posen

Diese Posen helfen dir, dein Chakra im Yoga zu öffnen.

Wurzel-Chakra-Yoga-Posen

Tiefe Hocke

  • Beginne diese Übung im Stehen mit den Füßen hüftbreit auseinander.
  • Gehe nun langsam in die Hocke, halte den Rücken gerade und die Fersen auf dem Boden. Du solltest deine Arme über den Knien ruhen lassen oder sogar die Knie umarmen.
  • Atme in der Hocke ein paar Mal durch. Spanne deinen Hintern bei jeder Einatmung leicht an und löse die Spannung wieder beim Ausatmen.
  • Stehe langsam wieder auf und schüttel, wenn du möchtest, deine Beine.

Bitte beachte: Wenn du noch nicht in der Lage bist, deine Fersen auf dem Boden zu halten, übe täglich. Du wirst bald in der Lage sein, dies zu tun. Um diese Übung zu erleichtern, kannst du ein Handtuch unter die Fersen legen.

Krieger-Pose

  • Stehe gerade und halte deine Beine schulterbreit auseinander.
  • Stelle deinen rechten Fuß hinter dir an den Rand deiner Yogamatte.
  • Öffne deine Hüften zur Seite und hebe deine Arme bis auf Schulterhöhe. Deine Handflächen zeigen zum Boden. 
  • Beuge beim Ausatmen dein linkes Knie, sodass es auf deinem linken Knöchel ausgerichtet ist.
  • Schaue nun langsam über die Finger deiner linken Hand.

Stehende Vorwärtsbeuge

  • Stehe gerade und stelle deine Füße zusammen.
  • Beuge dich vorsichtig nach vorn.
  • Versuche, deine Handflächen auf die Yogamatte zu legen. Wenn du das nicht kannst, benutze deine Fingerspitzen oder beuge dich so weit wie möglich vor.
  • Lasse den Kopf hängen und atme die Spannung mit jedem Atemzug aus.

Sakral-Chakra-Yoga-Posen

Das Krokodil

  • Lege dich auf den Rücken hin. Halte deine Füße aufrecht, deine Arme seitlich T-förmig ausgestreckt und deine Handflächen nach oben.
  • Lasse beide Knie nun langsam auf deiner rechten Seite auf den Boden fallen.
  • Drehe gleichzeitig deinen Nacken und Kopf zur anderen Seite und schaue dabei auf deine ausgestreckte Hand.
  • Wechsel nun die Seiten und wiederhole diese Bewegung ein paar Mal auf jeder Seite.

Breitbeinige Vorwärtsbeuge

  • Stehe gerade. Die Beine liegen ausgestreckt und weit auseinander. Deine Zehen zeigen nach vorn.
  • Verschränke deine Finger hinter deinem Rücken und lege sie auf dein Kreuzbein.
  • Rolle deine Schultern nach hinten, drücke deine Schulterblätter zusammen und versuche, deine Arme so weit wie möglich nach unten zu strecken.
  • Beuge dich nach unten und verlagere dein Gewicht so weit nach vorne, dass du das Gefühl hast, du könntest umkippen.
  • Strecke dich so weit wie möglich nach unten. Stelle dir vor, dass du mit der Spitze deines Kopfes den Boden berühren willst.
  • Bleibe für einige Atemzüge in dieser Pose und richte dich dann langsam wieder auf.

Hals-Chakra-Yoga-Posen

Löwen-Pose

  • Setze dich in die Fersenposition hin und atme tief durch die Nase ein.
  • Beim nächsten Ausatmen, strecke gleichzeitig die Zunge raus und rolle die Augen nach oben.
  • Spanne deine Armmuskeln bis zu den gespreizten Fingerspitzen an (strecke deine Krallen aus) und beginne, wie ein Löwe zu brüllen.

Herz-Chakra-Yoga-Posen

Fisch-Pose

  • Lege dich auf dem Rücken hin. Lege deine Handflächen nach unten gedreht unter dem Hintern.
  • Drücke dich von den Ellbogen aus nach oben, öffne die Brust und stütze dein Gewicht auf Ellbogen und Kopf.
  • Nehme ein paar tiefe Atemzüge in den Herz- und Brustbereich.
  • Lasse deinen Kopf langsam wieder auf den Boden gleiten. Nehme das Gewicht von deinen Ellbogen ab.
  • Lege deine Hände neben deinem Körper und entspann dich.

Kronen-Chakra-Yoga-Posen

Kleiner Kopfstand

  • Beginne in der Fersenposition. Lege deine Handflächen schulterbreit vor deinem Körper.
  • Lege den Scheitel deines Kopfes so auf den Boden, dass Kopf und Hände ein Dreieck bilden.
  • Strecke deine Beine aus und drücke auf Kopf und Hände, sodass das Gewicht auf Kopf und Händen ruht.
  • Bleibe so lange in dieser Position, wie es sich bequem anfühlt.

Stirn-Chakra-Yoga-Posen

Kind-Pose

  • Setze dich auf deine Fersen, beuge dich nach vorne und lege deine Stirn auf den Boden.
  • Lege deine Arme neben deinem Körper.
  • Atme gleichmäßig weiter und bleibe in dieser Position, solange es bequem ist.

Solarplexus-Chakra-Yoga-Posen

Der Bogen

  • Lege dich auf den Bauch hin und berühre den Boden mit deiner Stirn.
  • Beuge nun deine Knie und bewege deine Füße in die Richtung deines Hinterns.
  • Greife deine Knöchel und hebe bei der nächsten Einatmung den Kopf an und ziehe deine Füße in Richtung Kopf.
  • Hebe deine Oberschenkel vom Boden ab und konzentriere dich auf das Solarplexus-Chakra.